Heaven's Carousel zur GLOBALE in Karlsruhe. Vom 19. Juni – 9. August beschleunigte das Heaven's Carousel jeden Abend nach Sonnenuntergang vor dem Naturkundemuseum den Besucher zu neuen Soundsphären (mehr…)

 

Das Heaven's Carousel spielt mit der Idee, was passieren würde, wenn wir die Vorgänge im Nachthimmel hören könnten: Für das bloße Auge ist das nächtliche Firmament überwiegend eine recht flache schwarzweiße Angelegenheit. Mit der Hilfe von Teleskopen begann man jedoch zu entdecken, daß die Himmelskörper farbig sind. Da die menschliche Retina jedoch nur über drei Farbsensoren verfügt, bekommen wir von dieser Farbigkeit nur eine ziemlich rudimentäre Idee, da die Komplexität dieser Farben sich lediglich als Summe dreier Farben darstellt. Das wäre ganz anders, wenn wir diese Farben "hören" könnten, da unser Hörsinn einzelne Frequenz hoch differenziert wahrnehmen können ... (Tim Otto Roth at AWB)

Das Heaven's Carousel ist ein klanglicher Himmelsstürmer, der das gestirnte Firmament und Musik auf neue Weise zusammenbringt. Mit einem relativ einfachen Aufbau holt der Künstler und Komponist Tim Otto Roth die antike Sphärenmusik ins Zeitalter der modernen Astrophysik, die sich nicht mit statischen Sphären sondern einem beschleunigt expandierenden Universum konfrontiert sieht.

Für die vierte Hubble Space Telescope Conference, die im März 2014 an der Accademia dei Lincei in Rom stattfand, hat er für den dortigen Palmengarten eine luftigleichte Karussellkonstruktion mit 36 Lautsprechern konzipiert, die mit einer Spannweite von bis zu 16 Metern über den Köpfern der Zuhörer kreist. Je nachdem ob sich die abgespielten Sinustöne auf den Besucher zubewegen oder sich von ihm entfernen, verändert sich aufgrund des Doppler-Effekts die Tonhöhe der Schallwellen, indem diese gestreckt oder gestaucht werden. Da dieser Effekt positionsabhängig ist, können sich die Zuhörer frei unter der Installation bewegen. Werden die Töne nun auch noch in ganz schnellen Pulsen abgespielt kommt noch eine weitere Komponente ins Spiel, da aufgrund der Dimensionen des Klangs und der Laufzeit des Klangs, sich die Klangpakete ortsspezifisch unterschiedlich rekomponieren -- dadurch entsteht gewissermaßen eine raumzeitliche Granularsynthese. Auch der Blick in den Himmel besitzt für den Künstler und Komponisten Tim Otto Roth eine derartig akustische Dimension -- schließlich sehen wir aufgrund der Distanzen nur das lichte Echo längst vergangener Welten.

  • Eindrücke von der deutschen Premiere zur Globale vor dem Naturkundemuseum in Karlsruhe am 19. Juni 2015.
  • Heaven's Carousel auf dem Friedrichsplatz Karlsruhe.
  • Heaven's Carousel am American Visionary Art Museum in Baltimore im Frühjahr 2015.
  • Impression from the Premiere on 17 March at the Accademia dei Lincei.
  • Mid frequencies appear in yellow.
  • Very high frequencies appear in blue.
  • Impression from the Premiere on 17 March.
  • The Carousel at the Accademia dei Lincei framing the Moon.
  • The first turns of fhe Carousel at the Accademia dei Lincei.

     
Bilder: Daniel T. Braun, Pam Jeffries (STScI) & T. O. Roth (imachination projects)