Analog und zugleich virtuell Die ersten Annäherung an die Welt der Stereoschatten erfolgte ganz analog über Experimente mit Schattenprojektionen. Zahlreiche Arbeiten sind seither entstanden, in denen stereographischen Schatten wie bei einem Röntgenbild direkt auf lichtempfindlichem Material festgehalten werden.

Sterea skia analog (links) versus digital (rechts), Städtische Galerie, Offenburg 2016.
Sterea skia analog (links) versus digital (rechts), Städtische Galerie, Offenburg 2016.
Cluster mit neun Polaroids in der Ausstellung XX oder der 'Mummelsee in der Pfanne' , 2016.
Cluster mit neun Polaroids in der Ausstellung XX oder der 'Mummelsee in der Pfanne' , 2016.
Capillographie & Filographie – zwei Exemplare aus der Polaroid-Serie, Passepartout, Holzrahmen, je ca. 8,5 * 10,8cm, 2015, Privatsammlung.
Capillographie & Filographie – zwei Exemplare aus der Polaroid-Serie, Passepartout, Holzrahmen, je ca. 8,5 * 10,8cm, 2015, Privatsammlung.

Polaroid-Serie (seit 2015) Die Sofortbildserie zeigt, dass die Belichtung mit einer roten und blauen Lichtquelle nicht nur aufwending im Computer simuliert werden muss, sondern auch analog mit vergleichsweise einfachen Mitteln möglich ist. Je nach Betrachterauge braucht es ein wenig Zeit, dann stellt sich der 3D-Effekt auch bei diesen Unikaten ein. Während bei einer kamerabasierten Stereophotographie der Effekt nur in eine Richtung funktioniert, so ist dieser bei den Stereoschatten je nach Hängung der Aufnahme variabel. Einmal klappt der Raum nach hinten, dreht man das Bild auf den Kopf, klappt der Raum nach vorne.

Toile d'araignée (2019) Bereits Christian Schad musste für die Herstellung seiner späten Schadographien das Dunkel der Nacht abwarten. Auch die Arbeit Toile d'Araignée ist ein derartiges ‚Nachtbild', das erst nach dem Hereinbrechen der Nacht in einem Keller eines über 100 Jahre alten Hauses entstand. Dort wuchs über Jahrzehnte hinweg ein großes Spinnennetz (frz. toile d'araignée), dessen feine Fäden sich auch als wahr Staubsammler erwiesen. Ein verschlungenes Fadengeflecht von rund zwei Metern Tiefe komprimiert sich räumlich in dem hinterleuchteten Großdia, das ursprünglich auf farbigem Planfilm festgehalten wurde.

ⓘ ca. 134*94,5 cm, Großdia auf Holzrahmen

Ausstellungshistorie

Polaroid-Serie
Light from the Other Side. Shadowgraphs by Tim Otto Roth, Goethe Institut, Washington (US), 09.11.2016–13.01.2017
XX oder der Mummelsee in der Pfanne, Städtische Galerie Offenburg, 20.02.–29.05.2016

Toile d'araignée
Logische Phantasien, Kunsthalle Jesuitenkirche Aschaffenburg, 07.03.–16.08.2020

Publikationen

Logische Phantasien. Mit Beiträgen von Sebastian Baden, Thomas Richter and Barbara Maria Stafford, Heidelberg: Kehrer Verlag 2020.

XX oder der 'Mummelsee in der Pfanne'. Mit einer Einführung von Karin Leonhard, Offenburg 2016.